Skip to main content

Die Geschichte des Adventskalenders:

Die Geschichte des Adventskalenders geht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Wir haben uns mal auf Spurensuche begeben und uns die Geschichte des Adventskalenders genauer angeschaut. Was wir herausgefunden haben lesen Sie hier:

19.Jahrhundert

weihnachtsuhr-von-1910

Weihnachtsuhr von 1910

Der Adventskalender ist wie viele christliche Weihnachtsbräuche (z.B. der Christbaum oder der Weihnachtskranz) ein deutscher Brauch, der sich in die ganze Welt verbreitet hat. Seinen Ursprung findet der Adventskalender als Zeitmesser, der die Tage bis Weihnachten abzählt und vor allem Kindern die Zeit bis zum Heiligen Abend „verkürzen“ soll.

Die einfachsten Formen fanden sich erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts wieder. Damals war es üblich 24 Kreidestriche an die Tür zu malen, von denen die Kinder jeden Tag einen wegwischen durften (Strichkalender). In katholischen Haushalten wurde vom 1. bis zum 24 Dezember jeden Tag ein Strohhalm in die Krippe gelegt. In einigen Klosterschulen ist dieser Brauch bis heute vorzufinden. Auch Weihnachtsuhren oder Weihnachtskerzen wurden erstmals hergestellt.

In Österreich fand sich die Variante wieder, dass ein Christkind jeden Tag eine Sprosse einer Leiter hinunter gesetzt wird. Am 24. Dezember „landet“ es dann auf der Erde.

Es gab auch bereits einige Adventskalender, die den Gaumen beglückten, z.B. 24 Lebkuchen die hintereinander aufgehängt wurden und von denen jeden Tag einer gegessen werden durfte.

1900-1932

richard_ernst_kepler_-_im_lande_des_christkinds

Adventskalender „Im Lande des Christkinds“

1903 kam der erste gedruckte Adventskalender auf den Markt. Er trug den Namen „Im Lande des Christkinds“ und bestand aus 2 Bögen. Auf dem einen Bogen waren 24 Bilder zum Ausschneiden, auf dem anderen Bogen 24 Felder zum Aufkleben der Bilder.

Nach und nach wandelte sich das Weihnachtsfest immer stärker zum „Konsumfest“ und ab 1920 gab es mehr und mehr Adventskalender, wie wir sie in der heutigen Zeit noch kennen: Kalender mit Fenstern, die man öffnen kann. Damals waren hinter jedem Fensterchen noch kleine Bilder zu sehen.

Gerhard Lang (1881-1974) gilt für viele als der Erfinder des Adventskalenders, zumindest in der Form wie wir sie heute kennen. Den Einfall dazu bekam er von seiner Mutter, die ihm 24 Gebäckstücke auf einen Karton nähte und er davon als Kind jeden Tag eins essen durfte. Sein erster Adventskalender hieß noch „Weihnachtskalender“.

1902 stellte er eine „Weihnachtsuhr“ her, die man für 50 Pfennig kaufen konnte. Gerhard Langs erste Adventskalender hießen auch „Nikolauskalender“, da sie erst mit dem 6. Dezember los gingen und deswegen als passendes „Nikolausgeschenk“ angesehen wurden. 1908 erfolgte die erste maschinelle Fertigung von Adventskalendern durch Lang, auch ein Exemplar mit Blindenschrift war dabei. Die lithografische Anstalt Reinhold & Lang fertigte bis in die 1930er Jahre besonders kunstreiche und fantasievolle Adventskalender sowie einen Vorgänger des Schokoladen-Adventskalenders.

1932-1945

Das Abbrennen einer Adventskerze (jeden Tag bis zu einer Markierung) ist eine skandinavische Tradition und war vor allem zur Zeit des Nationalsozialismus im 3. Reich weit verbreitet.

Dem bis dahin bekannten Adventskalender machte der 2. Weltkrieg einen Strich durch die Rechnung. Gleichzeitig beginnt eine wenig erfreuliche Zeit für den Adventskalender. Wegen Papiermangels und dem Verbot Bildkalender herzustellen, wurden keine Adventskalender mehr aus Karton oder Papier hergestellt. Allerdings gab die Reichspropagandaleitung der NSDAP einen eigenen  Adventskalender heraus. Er trug den Titel „Vorweihnachten“ und enthielt Märchen, nationalsozialistische Weihnachtslieder, Backanleitungen sowie Bastelanleitungen für Runen und Sonnenräder, die als Weihnachtsschmuck dienen sollten. Gleichzeitig sollte die traditionelle Krippe unter dem Weihnachtsbaum von „Weihnachtsgärtlein“ ersetzt werden. Das Ziel war der Bevölkerung die nationalsozialistische Ideologie einzutrichtern und gleichzeitig die christlichen Werte des Weihnachtsfestes zurückzudrängen. Je aussichtsloser die Lage der Wehrmacht an der Front wurde, desto mehr fanden auch militärische Inhalte ihren Platz in dem Adventskalender.

Nachkriegszeit bis heute

In den 50er Jahren wurden Adventskalender zum Massenprodukt und der Preis dafür sank. Besonders beliebt waren romantisch verschneite Winterdörfer als Motive. Zu dieser Zeit stieg die Nachfrage nach den ursprünglich aus Deutschland stammenden Adventskalendern auch in den USA an und wurde bedient.

Die Schokoladenindustrie entdeckte das Potential in Adventskalendern und 1958 fand der erste Schokoladen-Adventskalender seinen Platz in den Läden.

Bis zur heutigen Zeit haben sich viele verschiedene Formen für Adventskalender entwickelt. Es gibt die klassischen Modelle mit Schokolade oder auch hochwertigere mit Spielzeug. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, denn im Grunde kann man ja aus Allem einen Adventskalender machen, so gibt es zum Beispiel auch den beliebten Bier-Adventskalender.  Häufig werden sie auch selbst gebastelt. Die Form der Jute-Säckchen, die an einer Leine aufgehängt werden, stammt ebenfalls aus dem skandinavischen Raum.

adventskalender-am-rathaus-in-huenfeld

Rathaus in Hünfeld als Adventskalender

Auch Gebäude dienen häufig als Adventskalender. Oft wird die Fassade von Rathäusern in vielen Städten zu einem Adventskalender umfunktioniert.
Laut der fränkischen Stadt Forchheim ist dort der „schönste Adventskalender der Welt“ beheimatet. Er besteht aus den Fenstern des Fachwerk-Rathauses, hinter denen weihnachtliche Motive versteckt sind.

adventskalender-toenning

Adventskalender an einem alten Speicher in Tönning

In der friesischen Stadt Tönning findet man den mit 77,5m „längsten Adventskalender der Welt“. Er besteht aus der Fassade und den Fenstern eines alten Speichergebäudes.

Heutzutage werden viele Adventskalender von gewöhnlichen Kalender- oder Postkartenherstellern produziert. Teilweise sogar von Kinderbuchverlagen, weswegen viele Motive auf Adventskalendern von bekannten Kinderbuchillustratoren gefertigt wurden. Aber nicht nur Kinder, auch Erwachsene schenken sich Adventskalender, als kleine Aufmerksamkeit oder als Zeichen der Zuneigung.

 

Weiteres zur Geschichte des Adventskalenders:

Auf der Website Medienwerkstatt-Online.de kann man viele Bilder von Adventskalendern aus den 40er und 50er Jahren entdecken.

Speziell für Kinder ist die Geschichte des Adventskalenders auf der Seite HanisauLand erklärt.

Den wohl ausführlichsten Bericht über die Geschichte des Adventskalenders liefert (wie so oft :-)) Wikipedia.

Auf Deavita.com werden Ihnen verschiedene Adventskalendertypen vorgestellt.